Kommissar Fuchs – Fall 3 „Die Strandleiche“
Kommissar Fuchs und Inspektor Igel begaben sich an diesem Tag nach Miami. Sie hatten für drei Tage frei, und deshalb begaben sie sich an die Küstenstadt in Florida. Catherine kam an diesen Tagen nicht mit, aber die Sekretärin des Ywet-Buildings Bella Bellpudel verbrachte die freien Tage ebenfalls in Miami.
Inspektor Igel, Kommissar Fuchs und Bella Bellpudel begaben sich an einen Strand in Miami. Überall befanden sich Touristen. Sie setzten sich in einem Restaurant am Strand hin. Es herrschte eine reltiv gute Stimmung. Bis jetzt jedenfalls...
Eine junge Frau schrie: „Was ist das?“ Sie zeigte auf etwas schwimmendes im Wasser. Um das mysteriöse Etwas schwomm eine rote Flüssigkeit... Blut. Die Strandbesucher rannten in Scharen aus dem Wasser. Die merkwürdige Gestalt wurde an Land gespült. Die Badegäste kreischten und liefen davon. Inspektor Igel näherte sich dem angespülten Objekt.
Er schaute es sich etwas an. Nach etwa einer Minute rief er: „Hey, Leute, ich glaube das ist 'ne Leiche.“ Und tatsächlich: Man konnte Knochen, Muskeln und Organe erkennen, die sich unter einem zerfetzten Bademantel befanden. Dieser war schon etwas schimmlig. Doch Kommissar Fuchs entdeckte eine Schrift: „Da steht irgendwas von 'Si...r Leon Van Cro...tten...stelder...'. Moment mal: Sir Leon Van Croettenstelder!? Das war doch der Millionär, der vor 15 Jahren oder so entführt wurde und seitdem war doch keine Spur von ihm vorhanden!“ Die drei konnten es kaum fassen. Würden sie gerade das Verbrechen des Jahrhunderts aufklären? Sie riefen sofort ihre Kollegen aus Miami.
30 Minuten später trafen bereits die Kollegen der drei ein. Die Nachrichtenreporter trafen schon ein und berichteten: „In Miami, Florida, wurde vermutlich die Leiche des vor 15 Jahren verschwundenen Industriellen und Multimillionärs Sir Leon Van Croettenstelder gefunden. Sie schwamm durch das Wasser des atlantischen Ozenas an die Küste. Weitere Daten und ob es sich wirklich um Van Croettenstelders Leiche handelt, ist noch unklar!“
Das Ergebnis des DNA-Tests wurde gespannt abgewartet. Und die Nachricht: Es handelte sich wirklich um Sir Leon Van Croettenstelder! Doch wieso tauchte seine Leiche erst 15 Jahre nach seinem Verschwinden auf? Ertrank er etwa damals und schwomm jahrelang durchs Wasser? Unwahrscheinlich.
Rückblick: In der Nacht vom 12. Februar zum 13. Februar 1998 verschwand der Multimillionär Sir Leon Van Croettenstelder spurlos in seiner Villa in Tallahasse. Ein Entführerzettel wurde gefunden, jedoch hat man seitdem nichts mehr vom „Croetten-Entführer“ gehört. Es wurde gemunkelt, er hätte sich selbst ermordert, jedoch wurde dies von seinem Privatsekretär nicht bestätigt.
Kommissar Fuchs, Inspektor Igel und Bella Bellpudel begaben sich noch am selben Tag zur ehemaligen Villa des Millionärs. Sie lag relativ abgelegen an einer Küste, wurde zu Lebzeiten von Van Croettenstelder streng überwacht. Heute war die Villa ziemlich verlassen: Das Gras im Garten spross hoch, alles war ungespflegt, schließlich wurde die Villa nach dem Tod des Industriellen nicht verkauft.
Die drei begaben sich zur Tür. Sie war nicht mehr intakt, mit nur einem Tritt zerbrach sie. In der Villa sah es ebenfalls nicht besser aus. Sie war vollkommen verwüstet, verdreckt und viele Ecken schimmelten schon. „Und das war also das Haus von diesem Croettenstelder oder wie?“, fragte sich Bella Bellpudel. „Ja, aber ich weiß nicht“, fuhr Kommissar Fuchs fort, „ob wir hier etwas nützliches finden können! Oder? Moment mal, wo ist denn der Inspektor? Samuel? Samuel???“
Inspektor Igel war schon in das erste Stockwerk gelaufen, in das Schlafzimmer des Reichen: „Kommt ma' hoch, ich glaub', ich hab da was gefunden!“ Erst Kommissar Fuchs, und dann auch Bella Bellpudel folgten dem Inspektor in die erste Etage.
Er hat etwas gefunden, was wohl von der Polizei damals nicht entdeckt wurde: „Schaut mal her, da in diesem komischen Nachttisch, da liegt ein Tagebuch! Schaut es euch mal an!“ Es war schon merkwürdig, dass ein vielbeschäftiger Industrieller wie Sir Leon ein Tagebuch führte. Allerdings musste man ja auch beachten, dass er sich 1997 aus dem Geschäft zurückzog und sich fortan ein schönes Leben in seiner Villa machte.
„Hmm, mal sehen, ob wir was vom Februar 1998 finden!“ Sie blätterten auf die hinteren Seiten. Dort fanden sie tatsächlich einen Eintrag: 12. Februar 1998! Bella Bellpudel las vor:
„Heute begab ich mich erneut wie bereits am gestrigen Tage zum Golfplatz, war das ein gutes Erlebnis! Ich spielte gegen meine Kollegen, der Angeline Rhiters und dem ollen Mr. Crowd, der war ja mal schlecht. Ich konnte wie immer gewinnen! Nach dem Golfspielen ging ich dann […] nach Hause, wie immer eben. Aber naja, mein Sekretär, der Herr Moods, der hatte ja frei und ich war daher alleine. Ich lag nun im Bett, aber ich hörte dann hinter mir etwas. Was das wohl sein mag? Der Balkon ist jedenfalls […] geschlossen, also kann ich mal ruhig schlafen gehen!“
Kommissar Fuchs meinte: „Hmmm... Das ist schonmal ein wichtiges Indiz! Wir sollten mal gleich diese Angelina Rhiters und diesen merkwürdigen Mr. Crowd kontaktieren und sie befragten, uns durch die Akten wühlen und noch mal alles durchsuchen.“ Das würde aber nicht so einfach sein.
Bereits am nächsten Tag ging es weiter mit den Ermittlungen. Kommissar Fuchs schaute sich in seinem Godzilla Waterfox bei Boogle Informationen über die drei focussierten Personen an. „Da“, rief er, „Ich habe die private Website von diesem gewissen... Dylan Crowd gefunden.“ Bella Bellpudel blickte über Kommissar Fuchs' Schulter und rief wie aus der Pistole geschossen: „Guck, da steht 1944-2013. Dieser Crowd ist tot. Siehst du da? Ein Link auf die Kondolenzliste!“
Inspektor Igel sah sich die Miami News an, aber er bekam mit, was die zwei besprachen. Und dann rief er: „Ha, ich hab' auch was gefunden! Da: Beim Teil Lokales, da steht was über diesen Crowd. Der war wohl ein Gründungsmitglied der Icord Corp., das ist so 'ne Firma. Da steht, dass er sich gestern Abend das Leben nahm!“
Kommissar Fuchs sagte: „Hmmm... Moment Mal, gestern kam es doch ans Licht, dass sein ehemaliger Golfpartner Van Croettenstelder tot aufgefuden wurde. Und ich hab' ich bei Boogle Bilder noch was gefunden: Ein Bild, wo der Crowd mit dem Croettenstelder gemeinsam eine Urkunde in der Hand halten.“
Das Bild kam von einer Nachrichten-Archiv-Website. „Ich les mal vor was da steht, okay? Mein Gott, das ist ja alt, der Artikel ist vom 27. August 1997, das Datum...“ „Wo sich Van Croettenstelder aus der Wirtschaft zurückgezogen hatte!“, rief Bella Bellpudel. „Es steht dort noch mehr: Dylan Crowd übernimmt die Firma Icord Corporation, nachdem er die Firma 1983 gründete. Er verzichtete lange auf ein höheres Amt in der Technologie-Firma, welche 1985 von Leon Van Croettenstelder übernommen wurde. Anfang dieses Jahres kündigte er an, sich aus der Wirtschaft zurückzuziehen. Mit Crowd soll die Firma […] „ein neues 'Profil' erhalten.“, so Van Croettenstelder.“
Sie waren fassungslos. War Crowd es, der Van Croettenstelder ermordet hatte? „Hmmm... Es würde zumindest alles zusammenpassen... Nehmen wir an, Crowd hätte ihn ermordet. Er kannte ganz genau seine Adresse und war laut weiterem Verlauf des Berichts auch bei einem Geschäftsessen in seiner Villa. Er wüsste also auch, wo sich alles befand!“
„Und als Croettenstelder dann am Strand gefunden wurde, dachte Crowd eventuell, dass die Polizei ihn verdächtigen würde und er in den Knast gehen würde, also ermordete er sich!“, das war die Schlussfolgerung von Bella Bellpudel. Dann kam ein Anruf. Von der Mordkommision: „Nach Untersuchen der Leiche haben wir festgestellt, dass Herr Van Croettenstelder mit einer Axt in den Schädel getötet wurde. Zeitpunkt des Mordes konnten wir ebenfalls feststellen, es war wohl Februar 1998. Das genaue Datum konnten wir nicht ermitteln!“
Also doch. Er wurde bereits kurz nach seiner Entführung umgebracht. „Aber wie kann eine Leiche so 15 Jahre im Meer rumtreiben, ohne dass es jemand merkt!?“, fragte sich Kommissar Fuchs. Da hatte Inspektor Igel einen Geistesblitz: „Man kann ja auch Leichen tiefkühlen. Is' jetz nur so 'ne Idee. Aber vielleicht wurde er ja tiefgekühlt und erst vor, keine Ahnung, einem Monat oder so ins Meer treiben gelassen.“
„Hmmm... Wir sollten auf jeden Fall noch diese Angela Rhiters finden und sie mal fragen, wo sie an jenem Tag war!“, entgegnete der Fuchs. Und sie fanden dank des Internets auch die Adresse und die Telephonnummer von Rhiters heraus. Sie wurde nachmittags zur Suite von Kommissar Fuchs, Inspektor Igel und Bella Bellpudel geladen.
Als sie ankam, begann die Vernehmung, die Inspektor Igel übernahm: „Also, Mrs. Rhiters, Sie stehen unter Verdacht, Leo Van Croettenstelder ermordet zu haben! Können Sie diesbezüglich etwas aussagen? Erinnern Sie sich noch an den Tag, wo er vermisst wurde?“ „Ja, sogar gut. Das war der Tag der Hochzeit meiner Schwester, die fand abends statt. Hier, ich habe sogar noch ein Foto!“, sie kramte in ihrer Tasche und zeigte Inspektor Igel das Beweisbild: „Hier, meine Tochter hat ein Foto von mir gemacht! Da kann ich ja wohl schlecht um den Zeitpunkt den Croettenstelder ermordet haben, oder?“
Kommissar Fuchs schaute sich das Foto an. Tatsächlich. Sie war auf dem Bild vorne zu sehen. Und unten prangerte auch das Datum: 12/02/98. „Sie haben wirklich ein Alibi. Sie sind raus aus der Geschichte, Sie können gehen!“ Wer aber sonst sollte Croettenstelder ermordet haben. „Dieser Crowd... Der war ja auch auf der Hochzeitsparty!“, stellte Bella Bellpudel fest, „Hier, da ganz rechts im Bild, da trinkt er einen Champagner mit irgendjemanden.“ Beide hatten also ein Alibi – sie konnten es nicht gewesen sein.
Kommissar Fuchs' Bauchgefühl sagte was anderes: „Diese Angela Rhiters ist mir irgendwie nicht ganz koscher!“ Da hatte er eine Idee: „Wenn das Bild wirklich echt sein muss, dann sollten wir mal bei der Icord Corp. anrufen, denn vielleicht sagen die ja was andere, wo sich Crowd zum Zeitpunkt befand.“ Er rief also bei der Icord Corporation an, und fragte: „Wissen Sie vielleicht, ob sich Herr Crowd am 12. Februar 1998 abends bei einer Hochzeitsfeier befand?“ „Ich war einer der besten Freunde vom Mr. Crowd, und ich weiß noch, dass er an jenem 12. Februar nach dem Golfturnier gar nicht mehr da war. Der war in den Urlaub gefahren. Nach Ibiza. Das kann seine ehemalige Privatsekretärin auch bestätigen.“ „Okay, danke für die Info!“
Kommissar Fuchs schaute sich das Bild nochmals ganz genau an. Er holte sich das Bild und hielt es unter den Wasserhahn. Die Schrift mit dem Datum verwischte. „Dachte ich es mir doch. Das Bild wurde nur am PC bearbeitet und der Schriftzug draufgedruckt. Das ist ein Fake, die Feier fand gar nicht an diesem Tag statt.“
Angela Rhiters wurde erneut zur Suite gebeten. Inspektor Igel konfrontierte sie mit den Vorwürfen: „Hier, dieses Datum wurde nur aufgedruckt! Was sagen Sie dazu? Auch die Privatsekretärin von Mr. Crowd kann bestätigen, dass sich Mr. Crowd nach dem Golfspiel gar nicht mehr in den USA befand, sondern nach Ibiza abreiste. Und was ist Ihre Stellungnahme?“
„Ähem, die Feier war wirklich an diesem 12. Mä... äh Februar.“ „Soso, Sie war also in Wahrheit im März!“ Bella Bellpudel platzte in das Gespräch: „Im Internet steht ebenfalls 12. März. Auf der Homepage Ihrer Tochter!“ „Okay, ich geb's zu. Ich hab ihn ermordet. Ich erklärs Ihnen, wieso. Aber bitte machen Sie nix schlimmes mit mir!“ „Da bin ich ja mal gespannt!“
„Also, nach dem Golfturnier fuhr ich mit meinem Auto bis nahe zur Villa. Ich hatte von ihm einen Schlüssel bekommen, da ich ihm öfters bei Büroarbeiten half. Also drang ich in sein Haus und zog die Pantoffeln von seinem Sekretär an. Mit meiner Axt ging ich nach oben und erschlug ihn. Ich packte ihn in einen Sack, wechselte schnell die Bettdecke, nahm die alte mit, das natürlich mit Handschuhen. Dann ging ich in mein Auto, fuhr nach Hause und packte ihn in die Tiefkühltruhe im Keller.
Als ich dann im Januar umzog, musste ich die Leiche entfernen, ehe die Möbelpacker Wind davon kriegen. Ich schmiss sie also einfach ins Meer, in der Hoffnung, sie würde verschwinden. Ich vergaß die Leiche ja über die Jahre bis zum Umzug.“ „Was waren denn Ihre Absichten dazu?“ „Naja, ich war immer auf sein Geld neidisch, ich wollte mich rächen, dass er Crowd zum Vorsitzenden ernannt hatte, also brachte ich ihn um.“
Angela brach in Tränen raus und ließ sich verhaften. Sie bereute ihre Tat. Sie musste eine Haftstrafe von 12 Jahren absitzen. Es kam heraus, dass Crowd sich wegen der Scheidung von seiner Frau tötete.