Kommissar Fuchs – Fall 2: „Mord an der Physiklehrerin“
Es war ein schöner Tag in der Albert-Einstein-Highschool in New Jersey. Die Schüler der Klasse 7a waren gerade am Lernen in Physik. Sie behandelten das Thema „Magnete“. Es gongte gerade. Die Lehrerin, Mrs. Anlodian, sagte zu ihren Schülern: „So, meine Schüler! Ihr könnt jetzt in die Pause! Nach der Pause führt ihr bitte eure Präsentationen am PC zu den Themen „Magnete“ und „Gravitation“ aus. Bis gleich!“ Doch kaum beendete sie den letzten Satz, stürmten die meisten Schüler schon nach draußen.
Jedoch kam eine Schülerin zum Pult. Jasmine, die Klassenstreberin, hatte eine Frage: „Mrs. Anlodian, wie soll ich denn die Präsentation machen? Meine Präsentation ist nicht für 'PresPoint' geeignet. Wie soll ich das machen?“ „Ach, Jasmine, da finden wir sicher eine Lösung!“
28 Minuten später. Die Schüler trafen alle wieder in den Physikraum ein. Doch Mrs. Anlodian lag mit dem Kopf auf der Tastatur des Computers. Ihr restlicher Körper lag über dem Stuhl. Sie regte sich nicht. „Mrs. Anlodian, sagen Sie doch was!“, schrie ein Schüler. Doch dann bemerkten die Schüler etwas: Aus dem Kopf ihrer Lehrerin quoll Blut. Sie war tot. Einige Schüler zuckten ihre Handys, zum einen, um 'Ywet' anzurufen, zum anderen, um von der toten Physiklehrerin ein Beweisphoto zu schießen.
Fünf Minuten später trafen schon Kommissar Fuchs und seine Kollegen ein. Inspektor Igel fragte erst mal die Schüler zum Tod der Lehrerin: „Also, habt ihr irgendwas bemerkt? Was habt ihr für Vermutungen?“ „Wir waren sofort nach dem Gong rausgelaufen. Nur Jasmine blieb da!“ Sie rief sofort: „Nein, ich wars nicht! Ich habe Mrs. Anlodian nur was zur Präsentation gefragt. Ich habe sie echt nicht getötet! Lucia kann das bezeugen, sie hat mich ja zwei Minuten später im Gang gesehen!“ Lucia erwiderte: „Das stimmt. Ich habe auf sie gewartet, weil wir gemeinsam für den Test in Geographie lernen wollten!“
„Das ist wirklich so, Mr. Fuchs“, sagte der Professoren-Assistent Chris, „Wir haben die Tatzeit an der Bewegung der Blutkörperchen ablesen können. Sie ist um 11:40 ermordet worden, sieben Minuten nach dem Gespräch. Die Schüler kamen erst um 11:58 an, da war sie schon tot!“ „In Ordnung, Chris!“
Doch da stellte Catherine etwas fest: „James, fällt dir auf, dass auf dem Boden ein großer Wasserfleck ist!?“ Auf dem Boden nahe dem Pult befand sich tatsächlich ein Wasserfleck, etwa so groß wie eine Müslischüssel. Der Wasserfleck entstand wohl durch den Schwamm an der Tafel, der so voll mit Wasser gesaugt war, dass ein Teil des Nasses runterplitschte.
„Hmm... wenn ich es so recht bedenke, kann das auch ein Unfall gewesen sein!“, war die Meinung von Kommissar Fuchs. Da entdeckte er an der rechten Ecke des Monitores einen Blutfleck. „Sie ist also womöglich auf dem Wasserfleck ausgerutscht und stieß mit ihrem Kopf gegen die Ecke des Monitors und wurde durch den Aufprall so schwer verletzt, dass sie starb. Denn als sie von hinten auf den Monitor prallte, wurden zwei extrem wichtige Nerven wahrlich durchritzt. Das tut nicht nur extremst weh, sondern führt zu einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Tod!“, so war Inspektor Igels Schlussfolgerung.
Damit schien der Fall endgültig geklärt. Es war wohl ein Unfall. Doch Kommissar Fuchs wollte dies nicht akzeptieren: „Es muss doch einen Grund haben, dass sie starb, aber es war kein Unfall. Es war Mord!“
Er guckte sich den Wasserfleck noch mal ganz genau an. Da fiel ihm plötzlich was auf: das Wasser wies keine Spuren von einem Schuh auf. Die Schuhe von Mrs. Anlodian genauso wenig. Das hätte nicht sein können. Doch auf einmal fiel ihm beim Blick auf den PC etwas ein: „Kinder, ihr habt doch hoffentlich Beweisphotos geschossen, oder?“ Marc antwortete: „Natürlich. Die könnten ja nützlich sein!“
„Na dann! Zeigt doch mal bitte her! Er guckte sich die Photos auf den Handys der Schüler genau an. Der Kommissar achtete besonders auf den PC. Dort fiel ihm etwas auf. „Moment mal, Catherine, Samuel, guckt mal: Mrs. Anlodian starb wohl gegen 11:40 Uhr. Dieses Bild vom PC ist um 11:59 Uhr geschossen worden, also 19 Minuten nach dem Tod. Auf dem PC sieht man beim Bild den Bildschirmschoner. Sollte sie tatsächlich um 11:40 Uhr gestorben sein, wäre die Tastatur dann ja kurz berührt und dann dauerhaft an. Beim verwendeten Betriebssystem X1-OS startet der Bildschirmschoner nach 10 Minuten. Der Bildschirm wird nach 15 Minuten schwarz. Das bedeutet, dass Mrs. Anlodian erst gegen 11:48 auf die Tastatur geschoben wurde, aber vorher schon ermordet wurde!
Als weiteres Indiz gegen den Unfall stehen die Schuhe des Opfers. Sie weisen kein Wasser auf!“ „Tatsächlich... Dann war es doch Mord!“, antwortete Inspektor Igel, „Doch wer kann das gewesen sein?“ „Hmm... ich hätte dann doch gerne eine Schülerliste mit den Akten, richten Sie das bitte dem Direktor aus, Catherine!“
Es wurde nun 18:00 Uhr. Nach langem Büffeln und Lesen von Akten und Schülerlisten sowie Untersuchung des Physikraums und Befragen von Schülern kam der Fuchs zu dem Schluss: „Ich weiß, wer der Mörder ist!“ Er lud am morgigen Tag alle Schüler und Lehrer in die Aula der Highschool. Er begann mit seiner Rede: „So, am gestrigen Tage starb völlig unerwartet die 49-jährige Caren Anlodian im Physikraum dieser Schule. Wir wissen, wer der der Täter des Mordes ist. Und wir kennen die Tatwaffe dieses Mordes!
Zunächst beginnen wir mal mit dem Tathergang. Gegen 11:39 traf ein Schüler in den Physikraum ein. Eine Minute später ermordete dieser Mrs. Anlodian mit einer Waffe. Diese wurde allerdings von der Schule bereitgestellt.“ Der Direktor fiel ihm ins Wort: „Unsinn, wir haben an dieser Schule keine legalen Waffen!“ Kommissar Fuchs führte fort: „Allerdings war dies kein Messer oder Pistole, sondern ein für den Physikunterricht gedachter 'Spitzmagnet'. Diese sind spitz nach oben zulaufend und demonstrieren im Unterricht die Einwirkung des Nordpols von einem winzigen Punkt auf eine Nadel.
Dieser Magnet wurde Mrs. Anlodian zum Verhängnis. Der Täter nam den Magneten und stoch mehrere Male mit der Spitze in den Rücken des Opfers. Dabei wurden lebenswichtige Nerven durchtrennt. Der Täter bemerkte, dass das Blut auf der rot gefärbten Seite des Magnetes, dem Nordpol, dem Rot des Magnet-Nordpols glich.
Also nahm er an, dass das Blut, welches tatsächlich nicht auf den Südpol (Blau) tropfte, nicht wirklich sichtbar wäre. Allerdings vergaß er, dass nach einer Weile das Blut braun wird und so deutlich zu erkennen ist. Aber weiter im Hergang: Er presste den Schwamm aus und erzeugte so den Wasserfleck auf dem Boden, bei dem man annehmen würde, dass Mrs. Anlodian ausgerutscht sei.
Also schleppte er sie auf die PC-Tastatur und es würde tatsächlich so aussehen, als ob sie ausgerutscht und gegen den PC-Monitor geknallt sei. Aber er vergaß den Bildschirmschoner des Betriebssystems X1-OS, welches bewies, dass sie nachträglich auf die Tastatur gelegt wurde. Ein kleines aber entscheidendes Detail! Und der Täter ist kein anderer als... Martin MacDonald, 18, aus der 12.“
Aus den Zusammengetretenen kommen „Buh“-Rufe auf. Als ob Martin das gewesen wäre! Dieser war natürlich auch anwesend und schrie: „Sie Lügner! Ich habe nichts damit zu tun!“ Doch Kommissar Fuchs entgegnete lässig: „Ach, wir haben da Fakten und Beweise! Ausschließen können wir die Schüler aus der 8ten und der 9ten Klasse. Die 8ter waren gestern auf Klassenfahrt und die 9er auf Wandertag. Die Lehrer befanden sich alle im Lehrerzimmer, Hausmeister und Sekretärin hatten ein Alibi.
Unter den Schülern waren fast alle auf dem Schulhof. Das sehen wir an Zeugenaussagen von Lehrern und der Überwachungskamera, welche eigentlich Prügeleien filmen solle. Du gingst um 11:36 Uhr in die Schule. Das bedeutet, dass du der einzige Schüler wärst, der sich zu der Zeit im Gebäude befand.“ „Na und? Das hat nichts zu bedeuten. Ich war ja nur auf Toilette!“ „Das stimmt nicht. In den Mädchen- sowie in den Jungentoiletten sind gegen Schmierereien auch Ü-Kameras installiert. Diese beweisen, dass Du nicht auf dem Klo warst.“
MacDonald antwortete nur lässig: „Und? Was sind 'n das denn für Beweise? Ich habe noch nie so eine bekiffte Begründung gehört!“ „Naja, aber gibt noch ein ausschlaggebendes Indiez. Die Ü-Kameras zeichneten auf, dass Du gegen 11:37 Uhr zu den Physikräumen im 2. Stock gerannt bist. Die Ü-Kameras filmen auch die glaserne Front, in der Du zu erkennen warst. Du hast dann um 11:43 Uhr den Saal verlassen!“
„...Was soll ich da sagen?“ Eine Mitschülerin sagte: „Nein Martin, sag', dass es jemand anders war, aber nicht du! Sag es mir!“ „Nein, es hat keinen Sinn zu lügen! Ja ich war es! Ich habe diese Schnäpfe getötet. Ich wollte mich rächen. Sie war Schuld! Wegen ihr konnte ich den Abschluss nicht bestehen. Sie hasste mich schon immer.
In der Abschlussprüfung zog diese Schlampe mir aus Spaß einen Punkt ab, und mit 59 % habe ich knapp nicht bestanden! Meine Eltern waren so enttäuscht, und das nur weil diese Nervensäge mich nicht leiden kann! Ich wollte mich rächen. Selbst wenn ich alle anderen weiteren Prüfungen dieses Jahr bestanden hätte, wäre ich ohne Abschluss. Deshalb war es mein einziger Ausweg.“
Nach diesem eindeutigen Geständnis wurde Martin MacDonald abgeführt. Er erhielt eine Haftstrafe von 10 Jahren. Für die Lehrerin wurde als Andenken an sie der Physiksaal ab sofort Caren-Anlodian-Raum genannt.